Das Frauenleben in Afrika und in der afrikanischen Diaspora

Ghana

FGM in Ghana:
In Ghana wird überwiegend FGM Typ II (Exzision) praktiziert besonders im Nord-Osten (bei der Ethnie der Bussansi, Frafra, Kantonsi, Kassena, Kussasi, Mamprushie, Moshie und Nankanne) ,im Nord-Westen (bei der Ethnie der Dargarti, Grunshie, Kantonsi, Lobi, Sissala und Walas) und im Norden.
Typ I (Klitoridektomie) und Typ III (Infibulation) kommen jedoch spärlich in kleinen Gruppierungen im Norden des Landes vor.
Einige MigrantInnen aus dem Norden und aus Nachbar-Ländern (Mali, Togo, Niger, Burkina Faso) praktizieren FGM im Süden des Landes.

In einer in The Lancet publizierte Studie (Ndubuisi Eke and Kanu E.O. Nkanginieme, Juni 2006) an 3 094 schwangeren Frauen, die sich in 3 geburtshilflichen Zentren vorstellten, waren 11% von FGM Typ I, 28 % von FGM Typ II, und 1% von FGM Typ III betroffen.
Nach Angabe der WHO waren 1986/1987 insgesamt 30 % der Frauen in Ghana von der Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung betroffen.
Die Praxis wird religionsunabhängig durchgeführt.

Die erfolgreichsten NGOs im Kampf gegen FGM in Ghana ist die GAWW (Ghana Association for Women's Welfare) und der MFCS (Muslim Family and Counseling Services). Die GAWW, 1984 gegründet, ist Mietglied des IAC (Inter-African Committee on Harmful Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children).

Die Regierung von Ghana ist gegen FGM. Der vorherige und jetzige Präsident, die frühere Firstlady, die Minister, der CWD (National Council on Women and Development), die CHRAJ (Commission on Human Rights and Administrative Justice) und mehrere Parlamentmietglieder stellen starke Stimmen gegen FGM dar. In den Medien wird die Praxis als rückschrittliche Tradition dargestellt.
In Jahr 1989, adoptierte Präsident Rawlings eine Deklaration gegen FGM und schädliche traditonelle Praktiken.
Der Artikel 39 der Verfassung von Ghana besagt, dass traditionelle Praktiken, die gefährlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen sind, abgeschafft werden.

Verhältnis Männer/Frauen: 1,00
In Ghana kommen auf 100 Frauen 100 Männer.

Lebenserwartung Männer/Frauen:
55.36 / 57.22

Anteil Frauen im Parlament: 10,9 %


home
Ägypten
algerien
angola
benin
botswana
burkina faso
burundi
côte d´ivoire
djibouti
eritrea
ethiopien
equatorial guinea gabun
gambia
ghana
guinea
guinea bissau
kamerun
kap verde
kenia
komoren
kongo
kongo DR
lesotho
liberia
lybien
madagascar
malawi
mali
marokko
mauritanien mauritius
mayotte
mosambik
namibia
niger
nigeria
reunion
ruanda
sant helena
sao tome & principe
senegal
seychellen
sierra leone
Somalia
Südafrika
sudan
swaziland
tanzania
togo
tschad
tunesien
uganda
west sahara
zambia
zentralafr. republik
zimbabwe
1994 ergänzte das Parlament den Criminal Code von 1960 mit eine Straffe von bis 3 Jahre in seiner Sektion 69A über FGM. Seit 1994 sind 7 Festnahmen zu verzeichnen. Im März 1995, nahm die Polizei den Beschneider eines 8-jährigen Mädchens sowie die Eltern des Mädchens fest. Im Juni 1998 wurde ein Beschneider zu 3 Jahren Haft verurteilt, für die Beschneidung an 3 Mädchen.
Mit Hilfe von der Regierung, den NGOs, und der Bereitschaft der Bevölkerung zur Abschaffung von FGM, ist einen Rückgang dieser Praxis in den praktizierenden Ethnien zu erwarten.

Quellen:
UNHCR Juni 2001 und Oktober 2006
http://www.ipu.org/wmn-e/fgm-prov-g.htm
Frauenrechte:
  • Gewalt gegen Frauen

  • Für einen Bericht unter dem Titel "Breaking the Silence and Challenging the Myths of Violence Against Women and Children in Ghana" wurden zwischen Januar und Oktober 1998 in 20 Distriken der 10 Regionen in Ghana Daten gesammelt. Insgesamt wurden 2069 Frauen ab dem 13. Lebensjahr interviewt. Über die Hälfte der Frauen lebten in urbanen Regionen und 41% in ruralen Gegenden.
    Der Bericht zeigte eine breite Palette der Formen der Gewalt gegen Frauen: physische Gewalt (Kinder schlagen, Pfeffer und Ingwer in deren Vagina reiben, Essensverbot..), sexuelle Gewalt (Vergewaltigungen und erzwungener Geschlechtsverkehr in der Ehe, Entjunferung, psychische Gewalt (verbale Attacken, Zerstörung von Besitz, Isolierung der Frauen) und traditionelle Praktiken (Trokosi: Zerstörung der Jungfräulichkeit).
    Frauen melden aus Scham, Angst und aus Unwissenheit Gewalt nicht an. 90 % der Frauen reden nur mit den Familienmitgliedern oder Freunden darüber. Das bleibt häufig eine private Angelegenheit.

    Die DOVVISU (Domestic Violence Victim Support Unit), vormals WAJU (Women and Juvenile Unit – WAJU) ist eine spezielle Einheit der ghanaischen Polizei (Ghana Police Service – GPS) für die Unterstützung von Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Sie wurde 1998 gegründet als Antwort auf die zunehmende Gewalt an Frauen und Kindern und die zunehmende Jungendkriminalität. Sie hat Büros in jeder Hauptstadt der 10 Regionen in Ghana sowie in einigen Distriken und versteht sich als Beschützerin der Rechte der Frauen und der Kinder. Sie bietet Beratungen über Gewaltsprävention an Frauen, Kindern und Jugendlichen an.
    Quellen:
    UNHCR November 2000 und April 2006