Das Frauenleben in Afrika und in der afrikanischen Diaspora

Gambia

FGM in Gambia:

Mehrere Quellen bestätigen, dass die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in Gambia verbreitert ist (AFP 27 Jan. 2005; The Independent 28 May 2004; ibid. 19 Dec. 2003;WHO 1 Feb. 2004; Morison 20 Dec. 2001; Country Reports 2004 28 Feb. 2005, Sec. 5). Schätzungen gehen davon aus, dass 60 bis 90 % der weiblichen Bevölkerung davon betroffen ist.
Die BAFFROW (Foundation for Research on Women's Health, Productivity and the Environment) berichtet, dass 7 der 9 Ethnien in Gambia FGM praktizieren:
Fast alle Mandinkas, Jolas und Hausas (insgesamt 52 % der Bevölkerung) praktizieren FGM Typ II (Exzision) an Mädchen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren.
Die Sarahulis (9 % der Bevölkerung) praktizieren FGM Typ I (Klitoridektomie) an Mädchen eine Wochen nach deren Geburt.
Die Bambaras (1 % der Bevölkerung) praktizieren FGM Typ III (Infibulation) an Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren.
Die Fulas (18 % der Bevölkerung) praktizieren eine Form ähnlich wie FGM Typ III, die als "vaginal sealing" oder FGM Typ IV genannt wird, an Mädchen im Alter zwischen 1 Woche und 18 Jahren.
Die Wollofs, Akus, Sereres und Manjangos (insgesamt 16 % der Bevölkerung) praktizieren im Allgemeinen keine Form der FGM. Aber wenn eine Frau in einer Ehtnie heiratet die FGM vornimmt, wird sie vor der Eheschließung zu Genitalvertümmelung gezwungen. In der urbanisierten Region des Westen lebt eine starke Konzentration an Ethnie der Wollofs, die keine Form der FGM praktizieren.
Ein gambischer Arzt, der in Gambia über 20 Jahren Mediziner war und später regional Direktor der WHO wurde dokumentierte, dass 300 bis 400 Frauen jährlich während der Geburt an den Folgen von FGM Typ III und Typ IV sterben.
Die Praxis der FGM wird durch alten Frauen vorgenommen. Es ist für ein junges Mädchen unmöglich der Praxis zu entfliehen. Der Druck der ganzen Gesellschaft ist zu groß.

Das GAMCOTRAP (Gambia Committee against Traditional Practices) ist das Nationale Kommittee der IAC (Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children) im Land. Dieses Kommittee hat die Hauptaufgabe, das Publikum über die schädlichen Folgen der FGM zu sensibilisieren. So werden Trainings, Workshops und Video-Programme unter Frauen, Jugend und Gemeindenführern organisiert. Workshops während der Frauenwoche in Gambia erreichte mindestens 5000 Frauen. Es werden Lesungen durch das Land gehalten um die ganze Bevölkerung zu erreichen.

Verhältnis Männer/Frauen: 1,00
In Gambia kommen auf 100 Frauen 100 Männer.

Lebenserwartung Männer/Frauen:
52.76 / 56.87

Anteil Frauen im Parlament:13,2 %


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In den Schulen werden Audio-visuelle Materialien verwendet. Gleichzeitig wird an neuen Strategien gearbeitet, um alternative Geld-Annahmequelle für die Beschneiderinnen zu finden.
Nachdem ein Symposium für religiöse Führer und medizinisches Personal über FGM als Form der Gewalt organisiert wurde, entstand am 22. Juli 1998 die Banjul Deklaration, in der anerkannt wird, dass FGM ihren Ursprung weder im Islam noch im Christentum hat. Damit wird die Praxis verurteilt.
Die 1991 begründete BAFFROW ist zu 100% für die Abschaffung der FGM obwohl sie die Wichtigkeit der sozialen und kulturellen Traditionen verbunden mit Ritualen, die die Passage der Mädchen zu Frauen markieren, unterstreichen. .
BAFFROW hat ein verständnsivolles Kurrikulum entwickelt, angepasst an jeder enthischen Gruppe, jedem sozialem Ritus und jeder Tradition, dessen Fokus "initiation without mutilation" (initiation ohne Verstümmelung) heißt. Dieses Kurrikulum, wurde zusammen mit Schlüßelmietgliedern aller Ethnien und Beschneiderinnen entwickelt für die Anwendung in den Schulen.
Ihre Arbeit um die Dorfführer, religiöse Führer, Ältesten und Beschneiderinnen zu überzeugen, ist sehr langwierig und wird von der Regierung nicht gerade unterstüzt.
1999 vekündetet Präsident Jammeh noch, dass die Praxis der FGM nicht abgeschafft wird, weil sie Teil der Kultur Gambias ist. So wird anti-FGM Aktivisten den Zugang zu Medien erschwert.
Der Imam Abdoulie Fatty statuerte noch im November 2004, dass FGM gut ist und von jedem Muslem unterstützt werden soll. Gleichzeitig werden FGM-Gegner als Feinde des Islams beschrieben.
Folglich existiert in Gambia auch kein Gesetz, dass FGM verbietet oder bestraft.
Quellen:
UNHCR Juni 2001 und April 2005

Frauenrechte:
  • Gewalt gegen Frauen

  • Gambia ist zu 85 % Muslem und überwiegend dorflich. Nur 21% der Bevölkerung lebt in der Stadt.
    Nach Angabe des Country Reports for Human Rights Practices von 1993, sind Frauen in Gambia sozial benachteiligt in der Ehe, in der Bildung und am Arbeitsplatz. Die Eheschließung und die Scheidung werden durch das Gesezt der Sharia geregelt.
    Am 01. Dezmber 1992 unterschrieb die Gambische Regierung die UN Konvention CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women) und verpfichtetet sich damit bedingungslos alle Formen der Gewalt gegen Frauen zu eliminieren.
    Quellen:
    UNHCR Juni 2003