Das Frauenleben in Afrika und in der afrikanischen Diaspora

Äthiopien

FGM in Äthiopien:

Die weibliche Genitalverstümmelung ist ein weit verbreitertes Problem in Äthiopien.
In einer von dem NCTPE (National Committee on Traditional Practices in Ethiopia) 1997/1998 durchgeführte Untersuchung wurden 44 000 Menschen aus 65 ehtnischen Gruppen (von insgesamt 80) interviewt. Das Ergebnis zeigte, dass 72.7 % der weiblichen Bevölkerung von FGM betroffen sind. Die regionale Verteilung war folgendes: Afar Region: 94.5 %; Harare Region: 81.2 %; Amhara Region: 81.1 %; Oromo Region: 79.6 %; Addis Ababa City: 70.2 %; Somali Region: 69.7 %; Beneshangul Gumuz Region: 52.9 %; Tigray Region: 48.1 %; Südliche Region: 46.3 %.
FGM Typ I (Klitoridektomie oder "sunna circumcision" in Äthiopien) wird von den Amharas, Tigrayans und den Jeberti Muslemen in Tigray praktiziert.
FGM Typ II (Exzision) ist der am meisten verbreiterte Typ in Äthiopien und wird von den Gurages, einigen Tigrayans, den Oromos und den Shankilas praktiziert.
FGM Typ III (Infibulation) wird in den östlichen muslimischen Gegenden an der Grenze zu Sudan und Somalia von den Afar, den Somali und den Harari praktiziert.
FGM Typ IV (bekannt als "Mariam Girz" in Äthiopien: behinhaltet Einstechen, Verätzen, Piercing oder Verbrennen der Klitoris und/oder labien) wird besonders in den Regionen Amhara und Gojam praktiziert.
Diese Praktiken gehen quer durch alle Religionen, Christen, Muslems und äthiopischen Juden(Falashas).
Einige Gruppierungen in Äthiopen praktizieren keine FGM-Form. Das sind die Bengas von Wellega, die Azezo, die Dorze, die Bonke, die Shama und einige Bevölkerungsgruppen in Godole, Konso und Gojam.
Die NGO "Women's Affairs Office and the National Committee on Traditional Practices of Ethiopia" hat eine Aufklärungskampagne mit Unterstützung von UNICEF gestartet, um Eltern, die Ältesten und die breite Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass eine gute Bildung die einzige Basis für die gesellschaftliche Unabhängigkeit der Mädchen darstellt.
Die äthiopische Regierung arbeitet daran die Praxis der FGM abzuschaffen, durch Progamme in den Schulen.

Verhältnis Männer/Frauen: 1,00
In Äthiopien kommen auf 100 Frauen, 100 Männer.

Lebenserwartung Männer/Frauen:
40.03 / 41.75

Anteil Frauen im Parlament: 21,9 %


home
Ägypten
algerien
angola
benin
botswana
burkina faso
burundi
côte dŽivoire
djibouti
eritrea
ethiopien
equatorial guinea gabun
gambia
ghana
guinea
guinea bissau
kamerun
kap verde
kenia
komoren
kongo
kongo DR
lesotho
liberia
lybien
madagascar
malawi
mali
marokko
mauritanien mauritius
mayotte
mosambik
namibia
niger
nigeria
reunion
ruanda
sant helena
sao tome & principe
senegal
seychellen
sierra leone
Somalia
Südafrika
sudan
swaziland
tanzania
togo
tschad
tunesien
uganda
west sahara
zambia
zentralafr. republik
zimbabwe
Das ICDR (Ethiopia's Federal Institute for Curriculum Development and Research), arbeitet unter der Regie des Bildungsministeriums dafür, dass Grundschüler zwischen "gute Kultur" und "schlechte Kultur" unterscheiden können. "Gute Kultur" beinhaltet Architektur, Kunst, Literatur, Musik und Essenstradition. "Schlechte Kultur" beinhaltet Praktiken wie FGM/FGC. Schüler benutzen FGM Materialien seit 1994. Das Bildungsministerium führt eine Studien durch und herrauszufinden, welche Auswirkungen diese Anti-FGM-Materialien auf die lokale Praxis haben.
Am 04.02.2003 fand in Addis Abeba eine internationale Konferenz unter dem Titel «Null Toleranz für die weibliche Genitalverstümmelung» statt. Organisiert durch das "Inter-Afrikanische Kommittee über Traditionelle Praktiken" versammelte die Konferenz Führungspersönlichkeiten der afrikanischen Regierungen, internationale Organisationen und die Firstladies des Kontinents.
Quellen:
UNHCR Juni 2001
www.rfi.fr vom 04.02.2003

Frauenrechte:
  • Zwangsehe:

  • In Äthiopien ist die Zwangsverheiratung von Mädchen weit verbreitert. Es ist nicht selten, dass sie im Alter zwischen 8 und 11 Jahren aus unterschieldlichen Gründen gezwungen werden ältere Männer zu ehelichen.
    Dadurch, dass Frauen wenig Perspektive haben, sind sie auf den Lebensunterhalt eines Mannes angwiesen. Die In einigen Fällen werden sogar neugeborene Mädchen an anderen Familien als Braut verprochen und vor dem Alter von 10 Jahre verheiratet. Die FGAE (Family Guidance Association of Ethiopia) berichtet über Fälle von jungen Mädchen, die mit 60-jährigen Männern verheiratet werden. Jungfräulichtkeit vor der Ehe hat eine große Bedeutung. Mädchen werden oft auf dem Weg zur Schule entführt, mißbraucht und vergewaltigt. Nach diesem Verlust der Junfräulichkeit stimmt die Familie des Mädchens eine Heirat zu, aus Angst es könnte schwanger werden und keinen anderen Mann mehr finden.
    Nach Angabe von UNICEF werden Mädchen die vor einer Zwangsverheiratung fliehen oder ihre Ehemänner verlassen, gesellschaftlich diskriminiert und marginalisiert.
    Deshalb hat Äthiopien mit einem Familiengesetzt das Mindestalter für Eheschließung auf 18 Jahre angehoben. Trotz dieses Gesetzes ist die Tradition viel stärker, denn es ist nicht einfach die Mentalitäten einer Gesellschaft zu ändern, die überzeugt ist, dass Töchter sehr früh heiraten müssen um die wirtschalftlichen und sozialen Risiken für die Familien zu verhindern.
    Quellen:
    UNHCR Mai 2001